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Berichte & Galerie » Erlebnisberichte
Geplanter Ablauf:
Geplant war ein kombinierbarer Motorrad- und Endurourlaub in der Region Murcia
und eine 3-Tages-Tour in die Sierra Nevada.
Das Urlaubsziel:
Als Ausgangspunkt für sämtliche Touren diente uns eine Ölmühle
in der Region Murcia . Die alte als Hotel umgebaute Mühle lag direkt
an einem ausgewaschenen Barranco, durch den noch die Reste der Mula floß.
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| Alle Beteiligten und ihre Gefährten: |
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Aber nun Ende mit der Vorstellung, jetzt gehts ans Eingemachte!
Anreise:
Treffpunkt für den bevorstehenden Urlaub war eine Ölmühle in der
Region Murcia . Franzi und ich führen so gegen 5:30 Uhr aus Kempen los.
Ein Stau in Dijon warf uns in unserem Zeitplan für über 3 h
zurück, so daß es zu spät wurde sich mit Johannes, Mike und
Markus in Narbonne zu treffen. Wir entschieden uns kurzfristig dort nicht zu
übernachten, sondern in einem durchzufahren (ca. 2100 km). Wir kamen am
24.12.2000 so gegen 10:00 Uhr in der Mühle an.
24.12.
Daniell, Uwe und Ricardo, sowie Marc und Claudia waren schon früher
angereist und saßen gerade beim Frühstück. Wir gesellten uns
dazu. Uwe und Marc luden uns die Motorräder ab. Wir freuten uns auf 2 h
Schlaf und eine warme Dusche. Gegen Nachmittag fuhren wir mit unseren Mopeds
Johannes und seiner Crew entgegen.
Das Abendessen, ein 3-Gänge-Menü, war für 18:30 Uhr angesagt.
Chréscht und Uwe nutzten die Zeit um ausgiebig die Touren der
nächsten Tage nochmals durchzusprechen.
Nach dem Abendessen überreichte uns Uwe eine Tüte mit Nüssen,
Olivenöl, Mandarinen und den Roadbooks, gefolgt von einem kleinen Bericht,
was uns in diesem Urlaub so alles erwarten würde. Anschließend ging
es an die Bar. Ich hatte eine Flasche Dimpels mitgebracht. Markus hat diese
(ich glaube als einziger) in vollen Zügen genossen. |
Die
Fahrt war für viele sehr anstrengend, so daß die meisten sich
früh (so gegen 23:30) vom Acker machten. Nur Uwe und Claudia sowie Markus
(die Flasche Dimpel war ja noch nicht leer) hielten noch durch. So gegen 2:00
Uhr kamen die Wirtsleute, Rosi und Martin, von ihrer Familienfeier nach Hause.
In der Zwischenzeit plagte Markus etwas die Übelkeit. Eine Flasche Dimpels
geht eben nicht so spurlos an einem vorbei. Ein starker Kaffee mit einem
Teelöffel Salz sollte da, laut Martin, helfen. Die Kloschüssel war
für die nächste halbe Stunde Markus bester Freund. Als Rollkomando
für Markus von der Bar zur Cabana blieben nur noch Uwe und Claudia
übrig. Mit viel Kraft, Überredungskunst und
außergewöhnlichen Ideen (aus Solidarität vorkriechen),
schafften es Claudia und Uwe Markus ins Bett zu kriegen. Ein Schuh und Strumpf
mußten unterwegs dran glauben. Als Rollgeld wurden Markus 2 Cerveza
berechnet.
Frühstück gab es ab 8:30 Uhr. Der Vormittag sollte zum Erholen, von
der doch langen Anreise, dienen. Es wurden die Mopeds nochmals durchgecheckt
und in der Sonne entspannt.
Die Temperaturen beliefen sich um die 18 - 20° C.
So gegen 13:00 Uhr war Aufbruch zur Glühwein-Strandparty nach Matarron an
den Playa Negra. Danielle und Uwe fuhren (zwecks Transport) mit dem VW Bus und
mußten Markus mitnehmen.
Er war, nach dem Genuß des Dimpel, noch nicht in der Lage Motorrad zu
fahren. Die Fahrt ging durch die kontrastreiche Natur der Sierra Espuna,
über kleinen aber sehr reizvollen Umwegen nach Matarron.
Am Strand angekommen, packte Uwe und Chréscht den Dieselkocher aus. Sie
haben Wein warm gemacht und Glühweingewürz hinzugegeben.
Die etwas verklärten Gesichter bei dem Genuß dieses Glühweins
sagten ihr übriges. Johannes und Mike holten ihre Mopeds runter zum
Strand. Uwe schmückte die Italienerin mit einem Palmwedel.
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25.12
Abfahrt war für 9:15 Uhr vorgesehen. Heute hatte sich die Gruppe zum 1.
Mal geteilt. Johannes, Franzi, Mike und ich sind mit Chréscht und Frauke
zu einer Endurotour für Dickschiffe aufgebrochen. Uwe führte die 2.
Gruppe (Marc, Claudia und Markus) an. Sie sind nach Marmediferano gefahren.
AlsTreffpunkt zum Aprébiking für die beiden Gruppen diente die
Fantabude.
Johannes hat beim Anschieben der DR die Sohle eines Enduro-stiefels verloren.
Diese wurde provisorisch mit Metallklebeband wieder an den Stiefel befestigt.
Nach einer kurzen Irrfahrt durch ein Waldstück hat die Endurogruppe auf
einem freien Platz von Chréscht eine Einweisung in Brems- und
Geschicklichkeitsübungen bekommen.
Anschließend wurde auf steileren Stücken geübt. Nach dieser
kurzen Einlage ging die Tour über Felder, Wiesen und dichtes Gestrüpp
weiter.
Johannes wollte als 1. sein Schnabeltier in einer großen Fütze
baden, ist aber leider in die falsche Richtung gefallen. Ich hatte die Auswahl
zwischen einer kleinen und einer großen Fütze, entschied mich
für die kleine und bin gescheitert.
Angekommen in der Fantabude hat ein kleiner Einheimischer allen die Ohren voll
gequatscht, ein anderer hat Johannes zum dorfeigenen Schuster gebracht.
Beim Abendessen hat sich Franzi (nach den Anstrengungen des heutigen Tages)
ordentlich die Kante gegeben, streng nach dem Motto "Wir sind hier doch
nicht auf ´nem Kindergeburtstag". Bekleidet mit Tischdecke und
Wollmütze war die Ähnlichkeit zwar da, dies sorgte aber auch bei den
Bikern enorm für gute Laune. |
27.12.
Claudia wurde die ganze Nacht von höllischen Zahnschmerzen geplagt.
Dentista Martin probierte für Abhilfe zu sorgen. Er gab ihr Ricard zum
Spülen und desinfizieren. Anschließend war alles taub, dies hat nur
nicht lange angehalten, der Besuch beim Zahnarzt war unvermeidlich.
Gruppe 1 (Uwe, Franzi, Markus und Heidi) fuhren pünktlich um 9:15 Uhr die
Tour 4 westlich in die Berge. Mike und Johannes gingen Vormittags auf
Expedition mit den Erdferkeln und auf die geführet Tour kurz nach Mittag.
Chréscht organisierte für Claudia einen Zahnarztbesuch und
führte anschließend die Erdferkelexpedition an.
Die 1. Gruppe kehrte zum Mittag in Lu....... ein. Franzi bestellte einen
"caffee solo largo" und ein "agua". Der Wirt brachte ihm
den Kaffee und einen Cognac, als hätte er gewußt, was am Abend
vorher gewesen ist. Das Gelächter war groß.
Am Abend war
Weinprobe angesagt. Martin hat diese für uns organisiert. Die Besichtigung
hat jedoch länger als gepant gedauert, so daß nur wenig Zeit zum
Probieren blieb. Kaufen konnten wir leider nichts mehr.
Drei Weine konnten wir noch probieren, dann war Schluß. Dies war aber
alles kein Problem, die Weinprobe wurde nach dem Abendessen im Kamienzimmer der
Mühle fortgesetzt. Martin schleppte noch Flaschen Sekt an. Franzi hat auf
Jeans und Shirt Aufkleber gesammelt.
Der Abend war zwischen 23:00 und 24:00 Uhr auf seinem Höhepunkt. Die
Sehnsucht nach Freunden und Freundin zu Hause war groß. Zuerst wurde
Lüs dann Moni angerufen. Markus wollte sich mit Wein (übrig vom
Abendessen) die Kante geben, hat sich dann doch beherrschen können. |
28.12.
Heute war Tourguide-freier Tag. Nach dem Frühstück fuhren Danielle,
Ricardo und Uwe, sowie Claudia und Marc und Markus zur Stadtbesichtigung und
zum Einkaufen nach Murcia mit dem VW Bus. Franzi fuhr auf die Rennbahn nach
Catagena.
Johannes, Mike und ich besichtigten erst Murcia, fuhren dann aber weiter nach
Catagena. Die Innenstadt von Catagena hat uns besser gefallen.
29.12.
Am Abend gab es Schlachtplatte. Die Blutwurst war nicht gerade jedermanns Fall.
So gegen 21:30 Uhr drückten Uwe, Danielle , Marc und Claudia die
Bettkarte. Ein ungewöhnliches Bild. Die Bewohner der Cabana hielten noch 1
h länger aus. Franzi sperrte als Schlußlicht die Mühle zu.
7:15 Uhr war Wecken angesagt. Johannes machte seinen obligatorischen
Morgen-Spaziergang von ca. 5 km. Er sagte immer "Ich geh mal die
Köter in der Nachbarschaft wecken". Aufbruch nach Granada war
für 9:45 Uhr vorgesehen. Das Gepäck wurde in die Autos verladen, Uwe
führte die Motorradkolonne an.
Ich mußte noch Tanken, weil am Vortag die Zapfsäule sin plom defekt
war. Zuerst war die Landstraße wie ein Highway, pillegrade und gut
ausgebaut, dann fingen die schönen Sträßchen an. Mittagspause
machten wir in einem Restaurant irgendwo in den Bergen. Von Außen und
Innen machte es einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck, was man wohl vom
Essen nicht sagen konnte. Der Koch hatte wohl Haarausfall. Es wurde zwar
gemunkelt, es seien Sackhaare, aber dafür gab es keinen Beweis. Mike und
ich ließen die Suppe komplett stehen, sie sah nicht nur aus wie
Spülwasser, sie schmeckte auch so. Markus verfeinerte sich das
Spülwasser so lange mit Zitrone, Pfeffer und Salz, bis sie für ihn
einigermaßen genießbar war. Johannes war klug, er aß nur
einen Salat. Markus hatte seine Suppe schon fast aufgegessen, als ihn Mikes
Blick traf. " Dir scheint es ja zu schmecken" sagte er etwas
angewiedert. Mikes Blick schwenkte zu Uwe. Voller entsetzen " Ich
wußte ja gar nicht, daß du auch so ein Schweinetrog bist".
Alle lachten. Auch das Hauptgericht war undefinierbar. Die Pommes gingen.
Ein kurzer Blick auf die Landkarte wurde als Pinkel- und Zigarettenpause
genutzt. Uwe schaute in einen offenstehenden Schuppen, aus dem ein Augenblick
später ein alter Mann mit einem Truthahn in einem Sack kam. Dieser
würde für den bevorstehenden Jahreswechsel geschlachtet, berichtete
der kleine Mann stolz. |
Als
wir auf Granada zufuhren, sahen wir schneebedeckte Berge und wahnsinnige
Wolkenformationen. Es fing schon leicht an zu dämmern. Durch den starken
Wind gingen und die Hinterräder auf dem Weg zum Hotel ab und zu weg. Im
Hotel warteten wir auf die PKWs. An der Bar wurden Tapas, Oliven, Brot mit
Wurst, Schinken und Käse gereicht. Abendessen gabs
um 21:00 Uhr, danach war die Bar angesagt. Die letzten gingen so gegen 2:30 Uhr
zu Bett.
30.12.
Frühstück gabs so gegen 9:00 Uhr. Chréscht hat alle geweckt.
Heute war Kultur angesagt. Um 10:15 sollte es losgehen. Mikes Italienerin war
wiederspenstig, sie sprang nicht an. Beim Installieren der Heizgriffe muß
wohl irgedwas daneben gegangen sein, die Batterie war komplett leer. Johannes
hat, wie immer, anschieben geholfen, doch diesmal blieb sein Stiefel ganz. Die
Fahrt nach Granada zeigte sich als etwas unangenehm. Starker Wind kombiniert
mit einer Regenschauer ließen uns so gerade eben mit Chréschts
Sprinter mithalten. Angekommen in Granada reihten wir und alle hinter
Chréschts Sprinter in einer Parklücke mit Halteverbot auf.
Chréscht meinte, er parke jetzt schon seid 3 Monaten so, es würde
nichts passieren, hier ist eben alles lockerer. Helme und Tankrucksäcke
brauchten wir auf der Erkundungstour durch Granada in Richtung Alhambra ein
Glück nicht mitnehmen. Sie wurden im Sprinter verstaut.
Nach einer kurzen Kaffeepause ging es dann hoch zur Alhambra.
Chréscht gab einen guten Reiseführer ab. Er berichtete uns alles
über das Leben und die Geschichte Alhambras. Der Andrang der Touristen war
phänomenal. Es werden nicht mehr als 8000 Personen pro Tag als Besucher
geduldet. Diese Zahl war bereits gegen Mittag erreicht. Wir strichen durch die
Gärten und an den Wasserspielen vorbei hinauf zu einem Aussichtsturm, als
zuerst Chréscht dann Mike eine SMS erreichten. Es war Uwe.
Chréschts SMS "Dein Auto hängt gerade am Haken", Mikes
SMS "Rettet eure Mopeds". Erst hielten wir dieses für einen Witz
vom Uwe, als Rache für das angeblich verlorene Nummernschild, nach einem
kurzen Telefonat aber ist uns der Ernst der Sache sehr schnell bewußt
geworden. Chréscht bestand darauf, daß wir uns auf jeden Fall den
Palast noch ansehen müßten. Er sammelte unsere Mopedschlüssel
ein und verschwand in Richtung Parkbucht mit Halteverbot. Franzi begleitete
ihn, die Rettungsaktion hatte begonnen. Unten angekommen schoben
Chréscht und Franzi die Motorräder in eine kleine
Versorgungsstraße, der Sprinter war nicht mehr zuretten. Nach einem
kurzen Irrlauf durch Granada hatten sie diesen aber auch wieder. Die
Auslösesumme betrug 12000 pts + die Kosten für die Anzeige.
Auch auf der Rückfahrt hielt der Sturm noch an. Etliche Äste und
sogar das Dach einer Tankstelle sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Im Hotel war
abens sogar Stromausfall. Erst blieb der Strom für einige Minuten weg,
dann sah es so aus als würde er jetzt stabil bleiben und weg war er schon
wieder. Doch diesmal kam er nicht so schnell wieder. Johannes überraschte
der Stromausfall gerade unter der Dusche. Mike erkundigte sich direkt, ob die
Küche mit Strom oder Gas koche. Die Antwort war
"Gas", das Abendessen war gerettet. Pünktlich mit der Suppe kam
auch der Strom wieder. Am Abend überraschte Franzi uns alle mit seiner
Jeans. Die Aufkleber auf dem Shirt vor 2 Tagen hatte er direkt bemerkt, auf der
Hose jedoch nicht. Die waren ja auch hervorragend der Körperform
angepaßt.
31.12.
Als 1. ging der Blick morgens direkt aus dem Fenster. Bei Sturm wollten wir die
vorgenommene Tour abbrechen, doch es war kein Windzug zu sehen. Es war absolut
windstill, die Sonne lachte uns nur so an. Ein idealer Tag zum Mopedfahren. Um
10:00 Uhr ging es dann endlich los, eine Tour rund um den südlichen Teil
der Sierra Nevada, über kleine Sträßchen und durch
verträumte Dörfer. Hier verbarg sich so mancher Kontrast: "Alter
Mann zufuß mit hochbepacktem Maultier am Zügel", auf der
anderen Seite " moderne junge Leute mit Handy am Ohr".
Unsere erste Rast machten wir in einem Dorf, das durch seine im Durchschnitt
4000 Schinken zu einer touristischen Attraktion herangewachsen ist. Die Fahrt
ging bei strahlendem Sonnenschein in einer Höhe zwischen 1500 und 2000 m
weiter. Immer wieder streiften wir die Schneegrenze. So langsam kam der kleine
Hunger, Müller Milchreis war jedoch nicht griffbereit, so kehrten wir in
einem kleinen aber schnuckligen Restaurant mit Hotel, Franzi würde sagen
"mitten in den Pampas", ein. Wir machten es uns draußen auf der
Terrasse in der Sonne gemütlich wärend Uwe und Franz sich im Inneren
des Restaurantes nach den zur verfügungstehenden Speisen erkundigten. Als
Franzi die junge, hübsche Bedienung sah, sagte er zu Uwe "die
würd ich auch nicht von der Bettkante schubsen". Uwe bestellte auf
seinen paar Wörtern spanisch, die er mittlerweile beherrschte, die
Getränke und erkundigte sich nach dem Essen. Ein kurzes O.K. von allen
für das Tagesmenü und schon kamen die Getränke. Die junge
Bedienung fragte uns in einem gebrochenen deutsch aus welchen teilen
Deutschlands wir den kämen. Uwe: "und dafür quäl ich mich
so ab, Franzi sei froh, daß du nicht noch mehr gesagt hast". Den
Nachtisch brachte ihre Mutter raus. Sie kam aus Hamburg, hat vor 30 Jahrem
einen Spanier geheiratet und ist mit ihm zur Costa del Sol gezogen. 1995 haben
sie dieses Anwesen als Ruine erworben und neu aufgebaut.
Auf
der Weiterfahrt zum Hotel haben wir noch mal richtig dran gezogen. Kurven ohne
Ende. Ein Tourguide des Seylerhofes mit Namen Erich würde sagen "Hier
hat der Architekt die Geraden vergessen". Zurück im Dorf setzten wir
uns zum Aprébiking in die noch scheinende Sonne vor einer kleinen Bar.
Ein totol besoffener Einheimischer wollte uns Schitt andrehen. Er ließ
sich auch mit dem Satz "Fick mich nicht ins Ohr" nicht davon
abhalten. Im Hotel wurde dann das Aprébiking fortgesetzt, kurz geduscht
und für das Silvestermenü, beginn 21:00 Uhr, fertiggemacht. Das
Menü hatte, ohne die Tapas vorher, 5 Gänge. Leider bestand das
Menü zum Schrecken von Danielle und Uwe zur Hälfte aus
Fischgerichten. Die Gesellschaft war ziemlich steif. Es lief spanische
Volksmusik mit etwas Klassic gemischt im Hintergrund. Unserem Wunsch, die
"Seylerhof-CD" aufzulegen, ist nicht nachgekommen.
Egal. Alle haben probiert die angehende Müdigkeit
unterstützt durch die Langeweile mit Wein und Bier entgegenzuwirken. Nicht
immer mit Erfolg. Kurz vor 24:00 Uhr wurde ein kleines Schälchen mit 12
Weintrauben gereicht. Bei jedem Glockenschlag muß man eine Weintraube
verspeisen. Schaft man das, ist das folgende Jahr mit Glück gesegnet. Um
Punkt 0:00 Uhr wurden Tüten mit Karnevall ähnlichen Utensilien
verteilt.
Uwe feuerte draußen eine Batterie Raketen ab. Zwei waren noch übrig.
"Die verwarten wir für die Mühle. Dort feiern wir Silvester
nach." Mike taufte seine rassige Italienerin mit ausreichend Sekt. Marc
holte sein Auto nach vorne, schmiß die "Seylerhof-CD" herein
und drehte voll auf. Die Party ging draußen weiter. |
01.01.2001
Nach dem Frühstück war Abfahrt zur Mühle angesagt. Das
Gepäck wurde wieder in den PKWs verstaut. Wir entschieden uns zurück
einen großen Teil an der Küste langzufahren. Dies war zwar nicht
ganz so reizvoll, jedoch wesendlich schneller als durchs Landesinnere. Markus
hat von der ganzen Strecke eigendlich nicht viel mitbekommen. Auf den Graden
hat er seine Mouse gejagt, in den Kurven getragen. Zu wenig Schlaf und ....?
Bei einer Zigarrettenpause konnten wir zwei kleinen Jungs zukucken, wie sie mit
ihren vierrädrigen Gefährten über einen Acker fegten. Das Alter
der Beiden muß so ca. 3 und 5 Jahre gewesen sein. Ankunft in der
Mühle war so gegen 17:00. Als wir Martin erzälten, das wir seine
Gastfreundschaft und Kochkünste vermißt haben, ist er gleich um 20
cm gewachsen. Als wir ihm dann erzählten, daß wir heute Silvester
bei ihm nachfeiern wollten, ist er gleich wieder geschrumpft. "Der
gestrige Tag war zu anstrengend. Tut mir das bitte nicht an." Einer
solchen Bitte muß man einfach nachkommen. Wir verlegten unsere
Silvesterfeier auf Mittwoch. Dies war der idealste Zeitpunkt, den wir erwischen
konnten: Die Paris-Dakar Leute sind dann wieder zurück, Martin und Rosi
hatten ihren freien Tag und wir konnten diese Feier direkt mit der
Abschiedsfeier verbinden. Heute war für alle ein sehr kurzer Tag. Nach dem
Abendessen gab es noch einen kleinen Absacker und dann zogen sich alle
zurück. Martin meinte zwar " weil es der 1. Tag, der 1. Woche, im 1.
Monat, im 1. Jahr des 1. Jahrhundert des neuen Jahrtausend" ist,
müßten wir noch mit Sekt anstoßen, aber das war auch schon das
Ende des Abends. Eine Silvesterfeier hätten wir alle nicht durchgehalten.
02.01.2001
Heute teilte sich die Gruppe abermals. Mike, Johannes und Franzi fuhren zu
einem Paris-Dakar-Spektakel nach Castellon. Chréscht hatte die Tour
ausgearbeitet, Mike sich die Strecke verinnerlicht. Chréscht fuhr mit
dem Sprinter vor, um noch rechtzeitig die Zimmer reservieren zu können.
Markus ist kurzfristig abgesprungen - ein Glück für alle Beteiligten,
wie sich hinterher noch zeigte. Aufbruch zur Rally war um 9:15. Die
Übriggebliebenen (Uwe, Marc, Claudia, Markus und ich) fuhren in die Sierra
Molino, bzw. zum Stausee Embalse Alfonso XIII. In Abarán stellte Markus
fest, daß er auf seinem Hinterreifen Luft verliert. Der Luftdruck wurde
an einer Autowaschhalle überprüft. Gegenüber war eine
Hondavertretung, die gerade Siesta machte. Der Autowäscher sagte, in 2 h
wäre die Werkstatt auf. Er gab Markus einen Stadtplan und den Hinweis, wo
sich im Orte ein gutes Cafe und eine Eisdiele befänden. Nun war Markus gut
versorgt, der Rest brach auf, um die Tour zu Ende zu fahren. Die Abzweigung
zum Stausee war schwer zu finden. Auch die Einheimischen konnten nicht so recht
den Weg erklären. Beim 2. Anlauf hat es dann doch gepaßt. Uwe
probierte zwischendurch per Handy mit Markus (wegen seines Reifens) und
Chréscht (auf der Spur Paris - Dakar) in Verbindung zu treten. Markus
hatte leider das Pech, daß die Hondavertretung keinen Reifen flicken
konnte und ihn deswegen zu einem Reifendienst weitervermittelte. Die Reparatur
dauerte somit fast 3 h. Von Chréscht kam leider keine Antwort. Über
einen kleinen Abstecher in der Fantabude ging es zurück zur Mühle.
Claudia wollte meine Fahrkünste und den Sitz auf der Ersatzgülle
umbedingt testen und fuhr bei mir mit. In der Mühle angekommen zeigte uns
Martin, wie er die Aglio-Olio anfertigt. Bei diversen Bierchen, Aglio-Olio und
Patata Frita wurde das Aprébiking fortgesetzt. Das Abendessen war (auch
wegen Markus, der noch nicht wieder zurück war) auf 21:00 Uhr angesetzt.
Martin kam plötzlich mit köstlichen gerösteten Maronen an. Gegen
21:30 Uhr war Markus auch wieder zurück. Das Abendessen konnte beginnen.
Martin, Rosi Antonio und Maria aßen mit uns zu Abend. Es wurde ein
gemütlicher und lustiger Abend. Wir hatten viel getrunken und gelacht.
Martin und Rosi hatten viel Spaß beim Abblocken nach einem
Bäuerchen. Sie hauten sich fast gegenseitig mit einem Lachen die
Köpfe ein. Mit jedem Glas Bier wurde die Kommunikation immer besser. Es
viel hinterher gar nicht mehr auf, daß die Wirtsleute weder Deutsch noch
Englisch und wir kein Spanisch sprachen. Ein Übersetzen war nicht mehr
nötig.
03.01.2001
Heute war die Sierra Alamos angesagt. Diese Tour war auf Wunsch der Teilnehmer
etwas willkürlich zusammengestellt. Wir wollten heute mal nicht unbedingt
irgendwelche Sehenswürdigkeiten oder Stauseen betrachten, sondern nur
etwas warlos in die Pampas fahren, das hieß viele veile kleine
Sträßchen. Nach den ersten 20 km fuhr Markus auf die Tankstelle,
seinen Reifendruck zu überprüfen. Ihm steckte noch der Vortag in den
Knochen. Das Volltanken hat er sich jedoch für später aufgehoben. In
Caravanka trennten wir uns kurz. Marc und Uwe kauften neue Spanngurte, Markus
fuhr tanken und Claudia und ich machten es uns in einem kleinen Cafe
gemütlich. Die Tour führte durch viele kleine Sträßchen
und traumhafte Landschaften. In einem Bergdorf schauten wir 3 Frauen
unterschiedlichen Alters beim Entkernen von Oliven zu.
Der
Kontrast:
3 Frauen, die mühsehlig mit einem Holzklotz die Oliven entkernten, im
Hintergrund ein hochmoderner Traktor, der fast 250.000 Euro kostete.
Anschließend ging es zurück zum Hotel. Wir hatten Martin versprochen
mit ihm auszureiten. Nach dem Umziehen halfen wir Martin die Pferde
einzufangen. Markus ritt auf der kleinen Araberstute, Martin auf seiner
trächtigen Stute und ich auf dem Andalusier.
Nach dem Ausritt wurden die Pferde abgebraust. So gegen 19:30 Uhr kamen die
Ausflügler von ihrem Paris - Dakar - Ausritt zurück. Voller
Erlebnisdrang berichteten sie über ihre Erlebnisse auf der Tour:
Die Hinfahrt führte durch traumhafte Landschaften und über
schöne Pässe. Franzi beschwerte sich liebenswürdig, das Johannes
und Mike beim Fahren die Zigarrettenpausen und das Essen vergessen würden.
Er müßte sie laufend daran erinnern. Schon nach 6 h Fahrzeit hatten
sie Castellon erreicht. Telefonisch teilte ihnen Chréscht die
Reservierungen und den Treffpunkt mit. Der Treffpunkt war an der Rampe. Es
wurden jeden Moment die ersten eintreffenden Fahrer der Rally erwartet. Mike
orientierte sich kurz und folgte dann einem Hänger, der mit
Motorrädern beladen war. "Der will auch bestimmt dort hin" war
nur sein Gedanke. Plötzlich kamen die 3 an eine Straßensperre an.
Die Autos wurden umgeleitet, die Motorräder durften passieren. Am
Staßenrand jubelte die Menge. Mike winkte, Franzi wollte sich am liebsten
verkriechen, Johannes nahm alles so, wie es grad kahm. Kurz vor der Rampe
drehte Mike doch ab. Chréscht sah die 3 zwischen den Rallyteilmehmern
und kriegte sich vor Lachen nicht mehr ein. Damit hatte er nicht gerechnet.
Nach dieser Vorstellung bezogen sie ihr Hotel und mußten ca. 5 km laufen
um etwas zu trinken zu bekommen. Ab 23:00 Uhr wurden die Bürgersteige
hochgeklappt. Am nächsten Tag war die Besichtigung des Fahrerlagers
angesagt. Anschließend ging es zum Strand die Zusatzprüfungen
anzuschauen. Das KTM - Werksteam war leider schon weg, das BMW - Team
veranstaltete gerade einen kleinen Zauber mit einem aufgeschütteten Wall.
Anschließend kamen die Jeeps. Die LKWs haben besonders beeindruckt. Sie
fuhren tiefe Furchen in den Sand. Mike, Johannes und Franzi traten so gegen
13:00 Uhr die Rückfahrt an.
Jetzt wurde es aber langsam Zeit für die nachgeholte Silvesterfeier.
Martin hatte heute ein besonderes Abendessen für uns alle vorbereitet.
Dies sollte als gute Grundlage dienen. Nach dem Essen wurde viel gelacht und
getrunken. Martin führte den spanischen Brauch Silvester Zigarren zu
rösten vor. Mike holte seine Italienerin in dei Gaststube. Alle machten
Probesitzen. Es näherte sich der 0:00 Uhr. Claudia und ich probierten und
als Abenteurer, mit Fotoapparat und Stativ bewaffnet wurde die
Mula überquert und der gegenüberliegende Berg bestiegen. Das
Feuerwerk flog nur zu hoch. Trotz Langzeitbelichtung ist nur der untere Teil
aufs Foto gekommen. Egal. Ein paar schöne Bilder von der Mühle bei
Nacht sind ja rausgekommen. |
04.01.2001
Der heutige Tag diente dem Relaxen, Einkaufen und den Vorbereitungen für
die Abfahrt.
Martins Jeep sprang nicht an, kein Problem für Johannes. Mit ein paar
Handgriffen wurde Starthilfe gegeben. Anschließend widmete er sich der
DR. Bei der letzten Tour sind ein paar Schrauben verloren gegangen, der Blinker
war lose und das hintere Schutzblech hing runter. Anschließend fuhren
Johannes und Mike mit ihren Erdferkeln ins Gelände. Ich begleitete sie ein
kleines Stück. Danielle und Uwe brachten Rosi einen dicken
Blumenstrauß als kleines Dankeschön für die hervorragende
Gastfreundschaft mit.
Ganz stolz präsentierte sie ihn. Man sah ihr die Rührung direkt an.
Gegen späten Nachmittag wurden langsam die Hänger mit den
Motorrädern beladen. Der Abend klang mit einem guten Essen aus.
Rosi und Martin schenkten jedem ein Paket mit Wein. Mit einem wehen Herzen
gingen wir alle zu Bett. Es hatte sich in der kurzen Zeit, trotz
anfänglicher Barikaden, eine Freundschaft entwickelt.
05.01.2001
Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker. Heute war großer Rückreisetag.
Sogar Martin und Rosi sind mit uns aufgestanden. Sie haben Frühstück
gemacht und wollten sich nochmal von uns verabschieden. Rosi war den
Tränen nahe.
Johannes, Mike und Markus übernachteten wieder in Nabourne, Uwe und
Danielle, Claudia und Marc fuhren im Konvoi zu einem Motorradhotel in
Südfrankreich, Franzi und ich fuhren in einem Rutsch zurück. |
Fazit:
Dieses war, trotz großer Entfernung, ein super Urlaub. Man hat viele
nette Leute kennengelernt, ist durch eine kontrastreiche und reizvolle
Landschaft gefahren und hat bei alledem noch viel Spaß zusammen gehabt.
Mich wundert es immer wieder, wie total unterschiedliche Leute mit nur einem
gemeinsamen Interresse, dem Motorradfahren, sich so super und ganz ohne Streit
über 2 Wochen verstehen können.
Einziger Nachteil:
Die Zeit ging viel zu schnell um.
Ich freue mich schon auf das im März anstehende Nachtreffen. |
Liebe Heidi,
der Rekord an der Länge dieses Berichtes ist gebrochen! Vielen Dank und auf
ein Wiedersehen zum kommenden Jahreswechsel in der Region Murcia.
Das Seylerhof-Team
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